Künstlergarten Wietzen

Ein Kleinod im Waldviertel

Der ehemalige "Künstlergarten" Wietzen ist ein fast vergessenes Kleinod am Rande eines kleinen Dorfs im Waldviertel. Etwa 50 Skulpturen des Bildhauers und Wotruba-Schülers Alfred Kurz (1929 - 2015) sind dort zu bewundern.
Trotz seiner hohen Begabung war Alfred Kurz ein Einzelgänger, der mit der Kunst­szene in Wien nicht viel anfangen konnte. Noch während seines Kunst-Studiums in Wien zog er sich, nach dem Tod des Vaters, auf den elterlichen Bauernhof in Wietzen zurück. Dort blieb er sein Leben lang Bauer im Hauptberuf.
In seiner knappen Freizeit schuf der natur­verbundene Künstler dabei jedoch bemer­kens­werte Skulpturen - vorwiegend aus Stein, aber auch aus Bronze, Holz und Stahl. Wir besuchten den Garten an einem leicht nebeligen Herbsttag. Der Boden war übersät mit goldenen Blättern und den Früchten der vielen Obstbäume. Wir waren regelrecht verzaubert von der Stim­mung und den harmonisch in die Land­schaft eingebetteten Skulpturen. Sie sind künstlerisch zum Teil weit besser als so manches, was in weithin bekannten Skulp­turen­parks gezeigt wird.
Der Künstlergarten befindet sich in Privat­besitz und ist bei Tageslicht frei zugäng­lich. Spenden sind aber willkommen. Wir fanden es traurig, daß der Besitzer des Gartens oder die Gemeinde sich offen­sicht­lich nicht besonders für den Erhalt des Skulpturen-Gartens einsetzen. Vieles sieht leider vernachlässigt aus. Mit ein bisschen Phantasie und Initiative könnte der Garten ein durchaus bemerkenswerter Skulp­turen­park sein.
(GKH, 26. Oktober 2020)
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